Prüfstandlauf |
Herr Bax |
Wankel-Lader |
WR 1-Läufer |
2-Rotor Flugmotor |
DB-2-Läufer- prototyp |
Spider KKM 502 |
4-Rotor Twinpack |
Heute (1998) ist dieses WELT WANKEL-ZENTRUM in den Räumen der WANKEL
ROTARY GmbH in Korb/Deutschland (ca. 15 km NÖ von Stuttgart) aktiv
tätig.
Durch die Initiative von Claus Kynast ist es uns gelungen eine Firmenbesichtigung für die Mitglieder der Wankel Spider Clubs zu organisieren. Am Freitag, den 25. September konnte es losgehen. Mehr als 50 Teilnehmer warteten gespannt vor dem Firmeneingang.
Unter routinierter Leitung von Geschäftsführer Jürgen
G. Bax (übrigens Besitzer eines Ro80 und silbernen Mazda RX7 Coupes
der letzten Generation), seinem Mitarbeiter Heimsch, der für die Gokart
Aktivitäten verantortlich ist und dem uns gut bekannten liebenswürden
technischen Berater Dankwart Eiermann, der schon zusammen mit Felix Wankel
die Grundlagen zur Motorenpalette der Wankel-Rotary gelegt hatte, wurden
wir dort sehr nett empfangen..
Mit einem Film über einige wichtige Schritte der Wankelentwicklung und über Produkte der Wankel-Rotary wurde die Besichtigung eingeleitet: Die WANKEL GmbH wurde 1972 von Felix Wankel und seinem damaligen Partner Ernst Hutzenlaub mit allen Patenten, industriellen Schutzrechten und dem Entwicklungsinstitut in Lindau sowie mit der Partnerschaft (40 %) an der NSU-WANKEL GmbH an den britischen LONRHO-Konzern verkauft. Alle Mitarbeiter wurden von LONRHO plc. übernommen. Felix Wankel war noch einige Jahre weiter für die WANKEL GmbH tätig und schied dann 1976 auf eigenen Wunsch aus, um sich mehr seinen persönlichen Sonderinteressen zu widmen. Er gründete dazu eine Stiftung in der Schweiz, welche seine Technische Entwicklungsstelle (TES) in Lindau/Bodensee finanzierte. Bis 1993 unterstützte auch der Daimler Benz-Konzern die TES in Lindau.
Seit 1961 arbeitete Herr Dipl.-Ing. Dankwart Eiermann (heute Mitgesellschafter der WANKEL ROTARY GmbH in Korb) bei Felix Wankel. Später war D. Eiermann Chefingenieur und Geschäftsführer der gesamten WANKEL-Entwicklungsgesellschaften, auch in der LONRHO-Zeit.
In der Zeit nach Einstellung der Serienproduktion, etwa ab 1975 und Entscheid des VW-Konzerns (über die AUDI AG, mittlerweile Eigentümer von NSU AG) die Kreiskolbentechnik nicht mehr weiterzuverfolgen, entwickelten die Ingenieure und Techniker um Dankwart Eiermann Motoren, insbesondere Flug- und Diesel/Kerosinmotoren, Klima- und Luftkompressoren und mechanische Drehkolbenlader sowie weitere Techniken der Kreiskolben-Anwendung.
Diese Techniken sind heute Eigentum der WANKEL ROTARY GMBH und durch etwa 85 eigene Patente und industrielle Schutzrechte weltweit geschützt. Das Unternehmen hat u.a. auch einige Schutzmarken eingetragen.
Im Jahre 1993 wurde die neue Firma WANKEL ROTARY GmbH mit Sitz in Korb gegründet und in diese Firma 1995 die Gnieser GmbH Auto-Technik, alle Patente, Rechte und Verträge sowie die gesamte Entwicklungseinrichtung aus Lindau nach dem erfolgreichen Wiederaufbau in Korb, integriert.
Damit war die legale Neuausrichtung mit nur einer zentralen, gut zu
durchschauenden Firma WANKEL ROTARY GmbH, mit einem Stammkapital von ursprünglich
DM 600 000,00 (seit November 1997 DM 900.000,00) sowie professioneller
personeller Ausstattung gelungen.
Lizenzverträge bestehen:
Auf mehreren Leistungsprüfständen waren verschiedene Wankelmotoren sowohl für Otto-Kraftstoff wie auch für Dieselbetrieb mit elektronischen, kennfeldgesteuerten Zündanlagen wie auch mit normalen Bosch Dieseleinspritzpumpen aufgebaut. Auch unter Vollast konnten Maschinen beobachtet, sowie ihr Laufverhalten gesehen und gehört werden. Unbestechliche Meßgeräte decken dort alle vorhandenen Schwächen sofort auf. Wegen der Kleinserienproduktion kommt jeder Motor vor seiner Auslieferung auf den Prüfstand. Die gegenwärtige Stückzahl bei Serienmotoren liegt gegenwärtig bei ca. 150 Motoren pro Jahr, dazu kommen dann noch an die 20 Versuchsmotoren
Am Schluß der Besichtigung wurde uns noch der Kaltstart eines Diesel/Kerosin betriebenen Flugmotors vorgestellt. Nach ca. 2 Sekunden war der Motor klaglos angesprungen, danach lief er ca. 25 Sekunden etwas hart und widerwillig (so wie sich auch die Diesel beim Kaltstart im Auto anhören) um nach dieser Anlaufphase übergangslos in einen sauberern, plötzlich wankeltypischen geschmeidigen Lauf überzugehen. Endlich mal ein Diesel, der nicht mit andauernden harten Laufgeräuschen nervt!
Das Twinpack, das noch im Vorjahr zu besichtigen war, befand sich wieder zur Erprobung für professionelle Flugzeugantriebe bei der ATC Sales&Service auf dem Flugplatz Melle., bei Herrn H. Ruschmeyer .
