Aus der Gründerzeit:
Anfang und Jugend der NSU Prinz IG v. 1980 e.V.

Ein kleiner Rückblick auf die Früh- und Wachstumsphase der NSU Prinz IG. Nahezu lückenlos lassen sich alle wichtigen Daten zur Geschichte der IG anhand unserer Hauspostille, der legendären Prinzen-Post, nachverfolgen. Mit der Gründung der NSU Prinz IG wurde auch die Prinzen-Post als Mitteilungsblatt aus der Taufe gehoben. Während des letzten Vierteljahrhunderts erschien sie ohne Unterbrechung quartalsweise zur regelmäßigen Unterrichtung unserer Mitglieder.

 

Vorbereitungsaktivitäten zur Gründung einer IG zur Erhaltung von
NSU Fahrzeugen bei den Kleinwagentreffen in Störy

Der Anfang einiger NSU Enthusiasten

Angefangen hatte es eigentlich ganz belanglos,. Nach diversen Besuchen der Kleinwagentreffen beim Automuseum Störy wurde der Entschluss gefasst, dass man sich um die vom Aussterben bedrohten NSU Fahrzeuge kümmern muss.  Nach zahllosen Diskussionen in der gerade frisch entstehenden Szene zur Bewahrung des „ NSU-tums“ wurden erweiterte Aktivitäten der Mitstreiter gewünscht.

Auf dem ersten, eigens dazu einberufenen Meeting wurde am 14. Juni 1980 in Hattendorf  von den NSU-Interessenten beschlossen worden, eine lose Ver­einigung zu gründen um die NSUs mög­lichst lange am Laufen zu erhalten und eigene müh­sam selbst gewonnene Erfahrungen zu teilen. Von den 13 Teilnehmern waren 9 spontan bereit einen Beitrag von DM 20,- zu investieren und sich an der Herausgabe eines Infor­mationsblattes, dessen Arbeitstitel „Die Prinzen-Post“gewählt wurde, zu be­teiligen.

 

Gründungsfoto am 14.06.1980 in Hattendorf

 

Da Handys und allgegenwärtige PCs, Satellitennavigation für jeden und das Internet zu jener Zeit noch ins Reich der Visionäre gehörten, wurde auch versucht ein effizientes Nachrichtensystem mittels einer Telefonrundrufkette für die Weitergabe dringender Informationen wie Er­satz­teil­restposten und außer­plan­mäßige Treffen ins Leben zu rufen. Die Idee auf diese Weise die Telefonkosten für den Ein­zelnen niedrig zu halten, erwiesen sich trotz mancher Verbes­serungsver­suche im ersten Jahr als trüge­risch. Ein Glied der Kette versagte grund­sätzlich im­mer und so versandete nahezu jeder gestar­tete Rundruf im Nichts! Schließ­lich wurde die Rundrufliste wieder abgeschaf­ft und ver­sucht über eine besser orga­nisierte Prinzen-Post, das Mitteilungsbedürfnis durch gedruckte In­for­mationen zu verbes­sern. Heute benutzen wird dazu die modernen Medien  u.a. mittels unser seit einigen Jahren gut besuchten Internetseite bei

* http://www.nsu-ig.

Die ersten Ausgaben der PP wurden in Hand­arbeit und teilweise hand­schrift­lich in Schnippel und Klebetech­nik als A4 Kopiervorlagen erstellt und dann in Nacht- und Nebelaktionen in Copyshops im hannoverschen Uni-Bereich selbst produziert. Dabei fielen die Arbeitsgänge montieren, zuordnen der Seiten, verkleinert beid­seitig kopieren, wer das schon mal gemacht hat, der weiß wie tückisch es ist die zweite Seite zu be­drucken, zusammentragen, heften, falten, ver­sandfertig vertüten in C5 Umschlä­gen, ak­tuelle Adressaufkleber herstellen, damals noch Drucksache und Absender aufstempeln und in den Briefkasten damit. Bei anfangs 9 Mit­gliedern lag die Erstauflage der Prinzen-Post Nummer 1 bei 20 Stück. Die Überexemplare wurden als Werbung an Interessenten versandt. Bei der PP No. 1 war sogar wegen der regen Nachfrage noch ein Nach­druck von 20 weiteren Exem­plaren vonnöten.

Bei der zweiten Ausgabe zum Oktober 1980 war der Mitgliederbes­tand auf beacht­liche 18 Mitglieder angewachsen. Das Heraus­ragende dieser Ausgabe war ein Be­richt über das 2. Treffen bei Kalle Allermann in Graf­horst bei Wolfsburg, da­mals noch in ruhi­ger Lage direkt an der Zo­nengren­ze gelegen.

Ein richtiger Verein wird gegründet

In der dritten Ausgabe der PP wurde über die geänderten Clubaktivitäten berichtet. Auf Wunsch der damaligen AUDI NSU AG einen offi­ziellen Verein als Ansprechpartner zu haben, um einen Vertrag über die Verwen­dung des eingetragenen Warenzeichens NSU Prinz in Form eines Schildwappens abschließen zu können, ent­schlossen wir uns auf der Versammlung am 30. November 1980 in Pattensen mit da­mals 22 anwe­senden Teilnehmern einen ein­getragenen Verein zu gründen. Eine Satzung wurde ausgearbeitet und verabschiedet und sieben Gründungs­mitglieder un­ter­zeichneten das offi­zielle Gründungsproto­koll. Ein Pattenser Notar war uns bei der offiziellen Ab­wicklung von offizieller Vereins­gründung und der Ein­tragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht behilf­lich. Ein ersten Stam­mtisch mit monatlichem Treff­punkt wurde eingerichtet. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf jähr­lich DM 20,- festgelegt.

Frühe PPs in Copy-Shops der Uni Hannover
 bei Nacht in Handarbeit vervielfältigt

 

 

Einladung zur Gründungsversammlung des eingetragenen Vereins am 1. Advent 1980

Nach der Eintragung im Ver­einsregister und der Vertrags­unterzeichnung mit AUDI NSU kann auf dem Titelblatt das neugestylte Vereinsemblem vor­gestellt werden. Erstmals ist in der PP ein Impressum, wel­ches über die Ziele der IG Aufschluss gibt, abgedruckt. Referentenposten werden be­setzt und den Mitgliedern bekanntgegeben.

In der Ausgabe 7 vom Januar 82 ist eine Auflage von 80 Stück mit 40 Seiten erreicht. Die Anzahl der Mitglieder ist vom November '80 von 22 auf 51 im Dezem­ber '81 angewachsen. Mitgliedsbeitrag bleibt bei DM 20,-. Neue Beschlüsse über die notwendige Clubor­ganisation wurden gefasst und eine erste Ersatzteilak­tion über VW-Kassel vorbereitet.

 

Frühe Sommertreffen der IG

In den Jahren 1981 und 1982 fanden die legendären Sommertreffen in Hattendorf, geprägt von einer unnachahmlichen Aufbruchstimmung im Rahmen einer wachsenden, großen NSU Familie statt.

Sommertreffen 1981 in Hattendorf, am Sonntag zum Nienstedter Pass

Einige Impressionen von der Atmosphäre der Jahre 81 und 82 sind auf zusätzlichen, eigenen Bildseiten wiedergegeben.

Hattendorf 1981: Ausstellungs- und Sammelplatz am Dorfgemeinschaftshaus

 

Auf der Jahreshauptversammlung am 05.12.82 wurde der Mitgliedsbeitrag für 1983 neu auf DM 30,- festgesetzt. Eine neue Gliederung der PP wird ausgiebig diskutiert, die Referenten sollen über ihr Fachgebiet schreiben. Als Anreiz wird die "Goldene Schrau­be" für den besten Tech­nikbeitrag ausge­schrieben, gestiftet von Manfred Konopka. Als Bei­lage wird eine aktuelle neue Mit­glieder­liste Stand 10.92.verschickt. Die Ein­rich­tung zu­sätzlicher regio­na­ler Stammtische in Braunschweig und Kassel wird be­schlos­sen.

Im Jahre 1983 findet das Sommertreffen in Salzgitter Bad statt.

   Ausfahrt beim Sommertreffen 83 in Salzgitter Bad

Mit den Ausgaben 15 - 18 wird im Jahr 1984 eine wesentlich ver­besserte Druck­qualität eingeführt. Die Druckauflage pro Ausgabe steigt im Laufe des Jahres von 160 auf 210 Exemplare an.

Ein nationales NSU-Blatt entsteht

Auf dem 4. Internationalen NSU Treffen in Enschede fand ein erstes Gespräch ver­schiedener NSU Clubs über Zusammenarbeit und die Möglichkeit der Organisa­tion gemein­samer Nachfertigungsaktionen statt. Am Jahresende 1983 hatte die IG 135 zahlende Mitglieder von denen 32 auf der JHV erschienen. Kalle Allermann erhält die gol­dene Schraube für einen Korrosionsschutzbericht. 85 Motoren wur­den im Jahre 8193 von VW an die Prinz IG Mitglieder zu gün­stigen Konditionen verkauft.

Auf der Jahreshauptversammlung im Dezember 84 wird über die Clubzusammen­arbeit diskutiert. NSU Clubs schießen wie Pilze aus dem Boden. Es gibt Club­zeitungen in Oberhausen und Schwaben. Die Idee eines großen NSU Clubs und die Her­ausgabe eines ge­mein­samen Mitteilungsblattes wird angedacht um die Effek­tivität der Ar­beit der NSU Freunde zu op­timieren. Gäste aus Oberhausen und Lahn-Dill wurden zur Ver­sammlung eingeladen. Es wir folgende Maßgabe beschlossen:

Die NSU Prinz IG soll künf­tig versuchen eine bundesweite Eini­gung aller deut­schen NSU Organisationen zu erreichen, wobei die regionale Eigenstän­digkeit der anderen Organisa­tionen erhalten bleiben soll.

An die bekannten NSU Vereini­gungen wird im Dezember 84 ein Schreiben mit dem Vorschlag zur Gründung eines gemeinsamen neuen, großen bun­des­weiten NSU Verein gemeinsam verschickt. Der Vorschlag, dass die Prinz IG (damals 180 Mit­glieder) den äußeren Rahmen bilden soll, wird gemacht, ist aber nicht Bedingung dafür.

Mit der Ausgabe 20 vom Mai 1985 sind 2500 Prin­zenposten produziert und verschickt worden, davon 700 Stück als Werbe­ex­emplare an Club-Interessenten.

Inzwischen zeichnete sich im Juni 1985 beim Internationalen NSU Treffen die Idee der Herausgabe einer deutschen Gemeinschafts­zeitung für NSU Freunde ab.

Mit der Nummer 21 (G 1) der Prinzen-Post, die jetzt als Nummer 1 mit dem Zusatz Gemeinschaftszeitung erscheint und auf dem Deck­blatt die Embleme der beteiligten Vereine enthält, beginnt eine neue Ära der Clubzeitun­gen mit einer Versuchsaus­gabe unter der redaktionellen Füh­rung der NSU Prinz IG. Die Auflage wird mit 495 Exem­pla­ren ge­star­tet. Eine Umfrageak­tion zur Erstellung einer deutschen Pan­nenhilfsliste wird durch beigefügte Umfra­ge­zet­tel gestartet. Teil­neh­mer der Gemeinschaftszeitung sind NSU Prinz Club Schwaben mit 70 Exemplaren, NSU IG Köln Nie­der­rhein mit 70 Exem­plaren, NSU IG Ober­hausen und Bonn mit 90 Exempla­ren, NSU Club Lahn-Dill mit 35 Exempla­ren und die NSU Prinz IG mit 230 Exemplaren.

Der Ausgabe G3 vom Januar '86 (laufende Num­mer 23) ist die in­zwischen erstellte Pannenhilfsliste in der Mitte der 3. Ge­mein­schaftsausgabe eingehef­tet. Gemäß Proto­koll der JHV vom 08.12.85 hat die Prinz IG 201 Mitglieder.

Mit der Ausgabe 27/ G7 vom März '87 scheidet die NSU IG Köln/Nieder­rhein aus der gemeinsamen Zei­tung aus. Das ein­heitliche Titel­bild der ersten Ge­mein­schaftsaus­gaben wird er­setzt durch aktu­elle Fotos mit Titelsto­ry, die ab­wech­selnd von den teil­nehmen­den Vereinen ge­stellt werden.

Die PP wird wieder die Hauspostille der Prinz IG

Die von uns produzierten Ge­meinschaftszeitungen laufen mit der Nummer 40 (= G20) aus, da es keine gemeinsame Basis für die Zu­sammenführung der deutschen NSU Ver­eine gibt.

Das Ziel eines gemein­sam zu gründenden Großvereins ist trotz optimistischer Pla­nun­gen auf verschiedenen Ver­samm­lun­gen der beteiligten Vereine geschei­tert.

In der Zeit vom Juli 85 bis Juli 1990 wurden 20 Gemeinschafts­ausgaben mit einer Ge­samtstückzahl von 11.547 ge­fertigt und ver­sandt.

Die NSU Prinz IG ist ab September 1990 mit der Nummer 41 wie­der Alleinge­stalter der Prinzen-Post und kann die Zeitung nun alleinverantwortlich nach den aus­schließ­lichen Wün­schen der Mit­glieder der NSU Prinz IG gestal­ten.

 

Die Zweirad IG wird gegründet

Durch stetig wachsende Mit­gliederzahlen und eine Befragung bezüglich der Interes­sen der Mitglieder wird die NSU Zweirad IG im Frühjahr '92 unter dem organisatori­schen Dach der NSU Prinz IG gegrün­det und in der Ausgabe 48 im Juni 1992 bekanntgemacht. Ihr Ziel ist es im Rahmen der NSU Prinz IG die In­teressen der zweiradinteres­sierten Mitglie­der zu fördern. Der erste sichtbare Schritt ist die Ein­führung der regel­mäßigen Beilage " Mittei­lun­gen der NSU Zwei­rad IG" Die Auflage ist durch steti­gen Mit­glieder­zu­wachs auf 450 Exemplare angewachsen.

Mit der PP 50  >>> Zwölfeinhalb Jahre NSU Prinz IG 

Mit dem Erscheinen der Ausgabe PP 50 im Dezember 1992 wurden während der zurückliegen­den Jahres bisher insgesamt 18.827 Exemplare der Prin­zen-Post pro­du­ziert, das sind insgesamt 1,04 Millionen bedruckte DIN-A5 Seiten im bekannten, praktischen Ringösenheftformat.

Zum Saisonbeginn 93 wurde in Rolfshagen ein großes NSU Treffen abgehalten. In der PP52 wurde darüber ausgiebig berichtet. Einige Bilder finden sich auf extra Bildseiten an anderer Stelle.

Ab Juni 1993 wurden neue Postleitzahlen eingeführt, das hatte eine komplette Überarbeitung der Vereinsdatenbank zur Folge.

Auf der JHV12/93 (Bericht in PP54) wurde die Erweiterung des Vorstandes beschlossen: 2 Vorstandsstellvertreter, genannt Beisitzer, die versetzt zu den normalen zweijäh­rigen Vorstandswahlen gewählt werden sollen, wurden gewählt, die ersten Posteninhaber waren Norbert Helmken und Robert Balzer

Mit dem Juni 94 konnte nach ausgiebigen Verhandlungen mit der Deutschen Post die PP erstmals zu günstigeren Versandkosten als Steifbandzeitung verschickt werden. Wir bekamen eine offiziell zugeteilte Zeitungsnummer: #H 25451F#

Ab 06.94 ist die NSU GmbH unter neuer Leitung von Gerd Preissler, sie betreute damals 33 nationale und internationale NSU Clubs, Nachfertigungen, Ersatzteilverkäufe und Lizenzen.

Nach einer Vorstandssitzung am 19.6.94 wurde vom amtierenden Vorstand verein­bart, eine Ankündigung zum Wechsel des Vorstandes nach 14 Jahren bzw. 6 Jahren zu vollziehen. Gravierende Änderungen in den Lebensumständen der Vorstandsmit­glieder führten zu dieser Vereinbarung. Der aktuelle Mitgliederstand lag zu dieser Zeit bei 370 zahlenden Mitgliedern, die Auflage der PP lag bei 420 Exemplaren.

Geschäftsstellen seit 1980

M. u. W.Ribbe, B. u. G.Battermann

Redakteure der
 PP Nr. 1 - Nr. 58

Gerhard Geiling / Monika u. Wilfried Ribbe
(Eigener Verlag  ab PP56 / Juni 1994)

 

Hier endet die Ära der Gründerzeit zum Ende des Jahres 1994, in der die NSU Prinz IG ist zum größten deutschen NSU Club geworden ist . Über die nachfolgende, dazwischenliegende Zeit bis heute wird sicher an anderer Stelle kompetent berichtet.

Wir freuen uns anlässlich des „Silbernen Jubiläums“ auf eine leuchtende Zukunft der NSU Prinz IG v. 1980 e.V. und der NSU Zweirad IG. Es wäre doch schön, wenn wir in einem Vierteljahrhundert wieder zu einem neuen Jubiläum auf historischem Boden zusammenkommen könnten. Wir haben das fest eingeplant. Hoffentlich halten wir und unsere geliebten fahrbaren Untersätze auch noch so lange durch.

Ein Rückblick von Gerhard Geiling im Juni 2005

 

Anno1982