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Sportprinz Vierzylinder Mc Gimpsey
Auf dem Internationalen NSU-Treffen 1988 in Brands Hatch führte Robert
McGimpsey aus Nordirland seinen 1200er Sportprinz vor. Er beschrieb kurz
und knapp seinen Vierzylinder-Umbau:
Leistung mit der-1200-C-Maschine, Höchstgeschwindigkeit mit normalem
1200er Differential und 12-Zoll-Rädern ist 95 mph (ca. 160 km/h) bei
6400 min–1. Bremsen und Vorderachse sind original vom Sportprinz.
Nun zum Hinterteil des Autos, hier in Kurzform die Umbaubeschreibung: Die
600er Antriebseinheit ausbauen, Auto hinten 1,5 m anheben. Hintere Federn
ausbauen und die hinteren Pendelachsarme anheben und fixieren, wenn sie ca.
1,5 Grad negativen Sturz haben.
Bild 4.49 Vierzylinder-Sportprinz mit Längslenker Hinterachse
Bodenblech vor den beiden Schwingarmen ca. 30 cm ausschneiden. Aus 40x40
mm Rechteckmaterial einen Arm mit einem Gummilager am Ende fertigen. Das
freie Ende unterhalb der Hinterachswelle an der Pendelachse verschweißen.
Verstärkungslasche einschweißen. Lagerbock für das neue Gummilager
anfertigen und am Bodenblech verschweißen. Wenn alles korrekt sitzt,
kann man jetzt die NSU-Pendelachse hinter der Achsaufnahme absägen.
Jetzt verhält sich die alte NSU-Pendelachse wie eine Längslenkerachse
des Porsche 911. Der Radsturz hinten sollte jetzt stets -1,5 Grad betragen,
egal ob die Achse komplett ein- oder ausgefedert ist. Beliebige Stoßdämpfer
lassen sich durch einen Halter hinter der Achsaufhängung anbringen.
Federn sollten hinten vom 1000er oder 1200er verwendet werden. Wenn diese
Arbeit auf beiden Seiten abgeschlossen sind, kann das hintere Tragrohr demontiert
werden.
Nachdem im Motorraum hinten etwas Platz für das neue Aggregat geschaffen
worden ist, kann das Differential, Getriebe und der Motor zunächst an
der vorderen Aufhängung montiert werden, die hintere Aufhängung
muß selbst angefertigt werden. Einige zusätzliche Verstärkungen
zu den Radhäusern müssen angefertigt werden.
Die Antriebswellen sind normale, gekürzte 1200-C-NSU-Wellen für
die Differentialseite (auf die halbe Ursprungslänge gekürzt), außen
wurden vom Datsun Cherry die inneren Gelenke der Frontantriebswellen genommen,
sie werden mit 3 Schrauben befestigt.
Von der Prinz-Sternkupplung wurden die Gummiteile entfernt, und an dem Restzapfen
wurde eine Befestigungsplatte ähnlich der Datsun-Befestigung sicher
angeschweißt. Jetzt müssen noch die Wellenlängen festgelegt
werden und die Teile verschweißt werden. Die Schaltstangenlagerung
muß an die neue 1200-C-Schaltung angepaßt werden. Verbindungsleitungen
für Gas-, Starterzug, Kupplung, Benzin und Elektrik müssen angepaßt
werden.
Und hier noch einige Hinweise über die Vorbereitung des Sportprinzen
für den erfolgreichen Einsatz bei einer Rallye in Irland:
Alle Teile am Fahrzeug, die abgenutzt oder defekt waren, wurden entweder
verstärkt, erneuert oder rausgeworfen. Alle Aufhängungsteile wurden
ausgebaut und überprüft. Neue Stoßdämpfer wurden eingebaut,
Koni vorn und Bilstein hinten. Die Bremsanlage wurde zerlegt, neue Radbremszylinder
und Bremsleitungen wurden eingebaut. Wegen der schnellen Teer-Etappen war
es wegen der zu erwartenden großen Hitzebelastungen nicht möglich,
Standardleitungen und -flüssigkeit zu nutzen, darum wurden diese gewechselt.
Neue Reifen wurden montiert, 175/70x12, wegen des nötigen Freigangs
mußten die inneren Radhäuser leicht ausgebeult werden - keine
tragische Sache.
Die 1200-TT-Maschine wurde mit einer neuen Kurbelwelle, neuen Dichtungen
und einer neuen Kupplung versehen. Ein Satz Weber-Vergaser wurde nach TTS-Art
angebaut sowie ein neuer Auspuff angeschraubt. Die Startbedingungen erforderten
eine fest montierte Lichtmaschine. Wegen eingeplanter Nachtetappen brauchte
der Sportprinz Halogenscheinwerfer an der Front. Der Einbau einer neuen Batterie
schloß die Elektrikarbeiten ab. Der normale Tank wurde ausgebaut und
durch einen Alu-Sicherheitstank mit Schaumfüllung ersetzt. Zuletzt wurde
noch ein Überrollkäfig installiert, und die ersten Testfahrten
konnten beginnen.
Die Radaufhängungen wurden hochgesetzt, um mit den Schlaglöchern
fertig zu werden. Vorteilhafterweise war durch diese Maßnahme kein
Ölwannenschutz nötig. Das Auto ermöglichte Luftsprünge,
ohne kopflastig oder hecklastig zu werden. Die Kombination aus normaler Nockenwelle,
TT-Differential und TTS-Aufhängung mit den breiten Rädern ließ
es ohne weiteres zu, Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h sicher zu fahren.
Da der Motor sehr heiß wurde, mußte an der Front ein Ölkühler
angebracht werden. Er arbeitete auch zufriedenstellend, bis das Wetter umschlug
und feucht und kalt wurde. Der Motor erreichte dann seine optimale Betriebstemperatur
nicht mehr. Daher wurde zusätzlich zum Kühler ein Beipaß
installiert, der von innen betätigt werden konnte, und so die Einhaltung
einer gewünschten Öltemperatur erlaubte.
Die durchgeführten Maßnahmen führten schließlich zu
einer erfolgreichen Teilnahme an der Nord-Irland-Rallye.
Prinz 4 mit 40 PS Vierzylinder
Da mein Prinz 4 im Sommer als Alltagsauto genutzt werden sollte, das Zweizylinderaggregat
aber den heutigen Erfordernissen des Strabenverkehrs nicht mehr so recht
gewachsen war und seinen Dienst häufig zur unpassenden Zeit quittierte,
wurde ein TÜV-gerechter Umbau zu einem vierzylindrigen Prinz 4 im Jahre
1988 in die Tat umgesetzt. Eigene Versuche mit einem Sportprinz zu Beginn
der 80er Jahre mit Rückschlägen und die Besichtigung einiger englischer
Umbauten auf dem 8. Internationalen Treffen ließen den Plan gut gedeihen.
Das Auto sollte äußerlich und am Fahrwerk nur möglichst wenig
geändert werden. Um eine TÜV Abnahme erlangen zu können, muß
die Erstzulassung des Fahrzeuges vor Oktober 1971 sein (wegen der Abgasbestimmungen).
Die Umrüstung auf das Fahrwerk und die Bremsanlage des NSU 1000 mit
Scheibenbremsachse wurde durchgeführt. Falls der Prinz 4 diese bereits
besitzt (sie war wahlweise gegen Aufpreis lieferbar), sind an der Bremsanlage
keine Änderungen nötig.
Zum Einbau des kompletten NSU-1000-C-Antriebsaggregates in den Motorraum
des Prinz 4 ist eine Modifikation der vorderen Motoraufhängung an die
Prinz 4 Verhältnisse nötig. Als gute Lösung für die Antriebswellen
haben sich, gegenüber den originalen NSU-1000-Antriebswellen modifizierte
Antriebswellen vom Simca 1000 mit außenliegenden Kreuzgelenken erwiesen.
Oberhalb der Lichtmaschinenhalterung ist an der Karosserie ausreichend Platz
zu schaffen, um die Gleichstrom- oder Drehstromlichtmaschine einwandfrei
montieren zu können.
Die Heizungsanlage kann ohne Änderungen im vorderen Bereich vom Prinz
4 und hinten vom 1000er Antriebsaggregat übernommen werden. Der Heizklappenkasten
am hinteren Tunnelanschlubstutzen ist um mindestens 50 mm nach vorn zu verlegen.
Zum Ausgleich des höheren Motorgewichtes ist es erforderlich, die hinteren
Federn durch 10 15 mm Gummidistanzringe höher zu setzen.
Die Vorderachse ist mit modifizierten unteren Federtellern tiefer zu setzen (bis zu 15 mm möglich).
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die komplette hintere Motoraufhängung
vom 1000er Motor-Getriebeblock in die Prinz-4-Karosserie zu versetzen.
Allerdings müssen einige tiefgreifende Änderungen durchgeführt
werden. Das untere Tragrohr muß zusätzlich als Befestigung der
verbleibenden Prinz-4-Pendelachsschwingen verwendet werden.
Ein verstärktes Rohr oder ein gleichwertiges UProfil muß angefertigt
werden. Die Pendelachsrohre müssen auf einer Biegemaschine passend für
die NSU-1000-Antriebseinheit nachgerichtet werden.
Auf einwandfreie Achsgeometrie ist hierbei unbedingt zu achten. Die Befestigung
der seitlichen Tragrohrhalter erfolgt demontierbar an den originalen seitlichen
Befestigungspunkten im Radhaus.
Der Luftansaugschacht ist für die Erfordernise an der Heckklappe des
Prinz 4 abzuändern. Für den Luftansaugkanal des NSU-1000-Motors
ist ein neues Teil aus Blech anzufertigen. Über einen schrägen
Trichter mit aufgesetzten Luftsammelkasten, optisch ähnlich der Prinz-4-Version,
kann die Luft über das linke Gitter der Heckklappe ansaugt werden. Der
neue Saugschacht ist mittels eines Befestigungswinkels am Zylinderkopf zu
befestigen.
Bei Verwendung von Scheibenbremsen ist auf den Einbau der verbreiternden
Bremstrommeln hinten zu achten (Verbreiterung ca. 13mm/Seite). Die Vorderachse
wird komplett mit NSU-1000-Bauteilen aufgebaut. Die Pedalerie von Prinz 4
und NSU 1000 ist unterschiedlich. Das originale Pedalhebelwerk muß
weiterhin verwendet werden.
Wegen der geänderten Fahrwerksabstimmung sind 145SR12-Reifen auf 4,5x12-Zoll-Felgen
oder wahlweise auf 5-Zoll-Ronal-Alufelgen montiert.
Die Fahrleistungen entsprechen einem guten Prinz 1000. Das Fahrwerk ist durch
modifizierte Koni-Dämpfer hart und liegt tief, daher sind Schlaglöcher
mit etwas Vorsicht anzugehen, die Kurvengrenzgeschwindigkeit liegt wesentlich
höher als beim Prinz 4 mit der Originalabstimmung. Im Sommer kann es
dem kräftigeren Aggregat im engen Motorabteil schon mal ordentlich warm
werden. Ein Ölkühler im Saugschacht hat sich als Motorheizer erwiesen,
daher wurde wegen der neutralen Optik ein VW-Ölkühler am Bodenblech
rechts hinter dem Batterieabteil montiert.
Bild 4.50 Umbau Prinz 4 mit Vierzylinder
Bild 4.51 Vierzylinder Prinz 4
Bild 4.52 Prince of Darkness aus GB
Umbau eines Prinz 4 mit TT Motor und Hinterachse, 1200 C Anbauteilen
Vierzylinder Sportprinz
Der hier beschriebene Sportprinzumbau war von mir schon zu Anfang der 80er
Jahre geplant worden, ein Versuchsauto stand ebenfalls zur Verfügung,
die Aktivitäten waren schon weit fortgeschritten, doch zahlreiche kleine
Probleme und eine damals abweisende Haltung des TÜV ließen den
ersten Versuch unvollendet.
Realisiert wurde die Sache in den Jahren 1993/94 mit den Erfahrungen aus
dem Prinz-4-Vierzylinderumbau (siehe Seite 151). Zahlreiche Betriebserfahrungen
mit dem Prinz 4 seit 1989 konnten in diesen Umbau einfließen. Detaillösungen
können beim Prinz-4-Umbau nachgelesen werden.
Ich verwendete die Antriebswellen vom Simca 1000 mit ihren originalen äußeren
Kreuzgelenken und äußeren Befestigungsflanschen. Die defekten
Gummisternkupplungen konnten komplett durch angeschweißte Simca Verschraubungsflansche
ersetzt werden. Die Federn wurden im Originalzustand belassen, lediglich
hinten wurden 30 mm Zwischenringe untergelegt, um das höhere Motorgewicht
zu kompensieren. Die hintere Achsaufnahme wurde aus dem 1000er Motorträger
und dem zersägten hinteren Sportprinz Querrohr für die Pendelachs-Gummilager
als Schweißkonstruktion hergestellt. Vor der endgültigen Montage
mußte das Fahrwerk natürlich sorgfältig vermessen werden.
Bild 4.53 Motorraum desVierzylinder-Sportprinz
Bild 4.54 Modifizierter Sportprinz-Motorraum
Bild 4.55 Wichtige Umbauteile desVierzylinder-Sportprinz
TT-Sportprinu von Ulli Kabel
Vorgestellt auf dem Internetionalen NSU Treffen in Korbach 2004
Totalumbau unter Verwendung einer unteren Heckpartie eines 1200C, angepasst
an den Sportprinz aufbau, sehr schön gemachte Anpassung an die gestiegenen
Fahrleistungen. Frontölkühler, getunter TT Motor. ringsrum neu
designte und selbst hergestellte Kotflügelverbreiterungen.